Bis zu 20 Mio. € Bußgeld oder 4 % des weltweiten Umsatzes, eine extraterritoriale Reichweite und ein Kunde, der plötzlich Eigentümer „seiner" Nutzungsdaten ist. Der EU Data Act verändert, wie vernetzte Produkte Daten erzeugen, speichern und teilen.
Dieses Whitepaper übersetzt die zentralen Artikel des Data Act in konkrete Handlungsfelder – von der Frage „Kennen wir unsere Daten wirklich?" über sichere Datenbereitstellung bis zum Access by Design in der Produktentwicklung. Inklusive Readiness-Selbsttest.
Warum „Datenbesitz" nicht mehr Ihnen allein gehört.
Unternehmen kennen den strategischen Wert von Daten seit Langem. Mit dem EU Data Act zieht die EU daraus eine Konsequenz: Daten aus vernetzten Produkten sollen fair geteilt und nicht länger monopolisiert werden. Anders als die DSGVO, die personenbezogene Daten schützt, adressiert der Data Act alle Rohdaten, die durch die Nutzung vernetzter Produkte und zugehöriger Dienste entstehen – auch nicht-personenbezogene.
Der Kern der Verschiebung: Der Kunde eines vernetzten Produkts gilt als Eigentümer der Daten, die durch dessen Nutzung entstehen. Er entscheidet, ob und mit wem sie geteilt werden – zwischen Unternehmen, zwischen Unternehmen und Verbrauchern sowie gegenüber staatlichen Stellen.
Drei Fragen, die jede Führungsebene jetzt beantworten muss.
- Betroffenheit: Fällt unser Geschäft unter den Data Act, und welche Pflichten entstehen konkret daraus?
- Zugriffsrechte: Welche Daten müssen zugänglich gemacht werden, und wer darf sie anfordern?
- Schutz: Wie schützen wir sensible Daten und Geschäftsgeheimnisse beim Teilen?
Daten sind kein internes Nebenprodukt mehr, sondern eine strategische Ressource – innerhalb und außerhalb der Organisation.
Warum „abwarten" die teuerste Option ist.
Der Reflex, bis zur nächsten Frist zu warten, unterschätzt zweierlei. Erstens die Sanktionen: Verstöße werden mit bis zu 20 Mio. € oder 4 % des weltweiten Jahresumsatzes geahndet. Zweitens die Vorlaufzeiten: Gerade bei Produkten mit langen Entwicklungszyklen – etwa Fahrzeugen – muss Access by Design lange vor Inkrafttreten von Artikel 3 verankert sein.
Was wirklich fehlt, ist selten Technik. Es ist Klarheit: ein vollständiges Dateninventar, eindeutige Data Ownership und eine belastbare Metadaten-Beschreibung.
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