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Whitepaper · 02Version 1.0August 202612 Seiten

Wenn die Ontologie den Kontext sprengt.

Warum Agenten an der Auswahl der richtigen Schema-Entitäten scheitern, nicht am Schreiben der Abfrage. Messungen an einem offenen und zwei produktionsnahen Benchmarks, eine Pipeline aus semantischer Suche und zwei deterministischen Graph-Erweiterungen, und die Kostenrechnung dazu: 11,72 $ gegenüber 0,015 $ pro 100 Fragen.

Abstract

Ein Agent, der eine natürlichsprachige Frage in eine ausführbare Abfrage übersetzt, braucht das Schema als Grundwahrheit. Die Abfrage selbst zu erzeugen, ist selten das Problem. Schwierig ist der Schritt davor: die Begriffe der Frage den passenden Klassen und Eigenschaften der Ontologie zuzuordnen.

Der naheliegende Weg besteht darin, dem Modell die vollständige Ontologie in den Prompt zu legen. Dieses Whitepaper misst, was dabei passiert, wenn die Ontologie auf Unternehmensgröße wächst: Recall und F1 sinken, Latenz und Kosten steigen. Als Gegenentwurf wird eine Pipeline aus semantischer Suche und zwei deterministischen Erweiterungsschritten über die Graphstruktur evaluiert. Sie erreicht auf den Unternehmens-Benchmarks einen Recall von 0,89 bis 0,90, bei Kosten, die von der Größe der Ontologie praktisch unabhängig bleiben.

01Kapitel · 7 Seiten

Warum Schema-Grounding der eigentliche Engpass ist.

Berichtsschichten haben strukturierte Daten zugänglich gemacht, indem sie Sichten um erwartete Fragen herum kuratiert haben. Wer die Frage vorher kannte, konnte die Antwort vorbereiten. Sprachmodelle verschieben diese Grenze: Ein Agent kann eine Frage entgegennehmen, das Schema als Grundwahrheit heranziehen und daraus eine ausführbare Abfrage erzeugen. Die Frage muss nicht mehr vorher bekannt sein.

Der Vorgang besteht aus drei Schritten: die Frage interpretieren, die gemeinten Schema-Entitäten bestimmen, die Abfrage erzeugen und ausführen. Der zweite Schritt ist in der Praxis der schwierigste. Sind die richtigen Klassen und Eigenschaften erst einmal identifiziert, ist SPARQL daraus zu bauen meist der leichtere Teil.

Daten als Wissensgraph abzubilden und die Ontologie als Kontext bereitzustellen, vereinfacht diesen Schritt erheblich. Entitäten und ihre Beziehungen liegen explizit vor, statt aus fragmentiertem Kontext erschlossen werden zu müssen.

Was bei Unternehmensgröße kippt.

Der Standardweg legt dem Modell die vollständige Ontologie vor und lässt es die relevanten Entitäten selbst auswählen. Das ist der einfachste Ansatz und skaliert schlecht. Drei Effekte treten gleichzeitig auf.

  • Kosten: Die Eingabe wächst mit der Ontologie. Jede Frage wird teurer.
  • Latenz: Mehr Tokens müssen verarbeitet werden, bevor die erste Entität feststeht.
  • Trefferqualität: Das Modell muss wenige relevante Entitäten in einem langen, überwiegend irrelevanten Katalog finden. Genau in dieser Konstellation zeigen Modelle bekannte Schwächen beim Abruf aus langem Kontext.

Bei modularen Unternehmensontologien kommt ein vierter Effekt hinzu. Werden weitere Module ergänzt, entstehen für einzelne Fragen plausible, aber falsche Deutungsalternativen: ähnliche Begriffe tauchen in verschiedenen Domänen und Namensräumen erneut auf.

Eine Ontologie ist kein Dokument, das in einen Prompt passen muss. Sie ist ein semantisches System, das den Kontext eines Agenten einengen, ergänzen und begrenzen kann.

Die Konsequenz.

Full-Ontology-Prompting bleibt eine sinnvolle Vergleichsgrundlage. Als Betriebsmodell trägt es nicht, sobald das Unternehmensschema wächst. Die Alternative besteht darin, zuerst eine kleine Kandidatenmenge abzurufen und die fehlende lokale Struktur anschließend über den Graphen selbst zu ergänzen, ohne erneutes Lesen des gesamten Schemas durch das Modell.

Wie groß der Effekt ist, an welchen Modellen er gemessen wurde und was die Alternative im Betrieb kostet, zeigen die folgenden Kapitel.

02 — 06Fünf weitere Kapitel im PDF

Der Messaufbau, die Pipeline und die Zahlen dahinter.

Kapitel 01 zeigt, warum die Entitätsauswahl der Engpass ist. Die folgenden Kapitel liefern die Messung: fünf Modelle, drei Benchmarks, ein kontrolliertes Wachstumsexperiment und eine Pipeline, deren Kosten pro Frage konstant bleiben. Das vollständige Whitepaper als PDF anfordern.

  1. 02
    Stand der Technik: vier Wege, eine Frage an ein Schema zu binden.

    Nicht-agentische Pipelines, Retrieval-augmentierte Verfahren, agentische Ansätze wie SPINACH und ARUQULA.

  2. 03
    Der Messaufbau: Ontologiegröße isolieren.

    Fragen und Gold-Entitäten in einem festen Ankerblock, symmetrisch ergänzt um reale Fremdontologien in Schritten.

  3. 04
    Was fünf Modelle im wachsenden Kontext verlieren.

    Claude Haiku 4.5, Gemma 4 27B, Qwen3.6-27B, Qwen3.6-35B-A3B und gpt-oss-120b im Vergleich.

  4. 05
    Retrieve and Expand: semantische Suche plus zwei deterministische Schritte.

    Einmaliges Indexieren jeder Klasse und Eigenschaft über Name, Label und Kommentar.

  5. 06
    Ergebnisse, Grenzen und die Arbeitsteilung, die daraus folgt.

    Recall 0,89 bis 0,90 auf ENT-M und ENT-L, in Deutsch und Englisch.

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ÜBER DIESES WHITEPAPER

Edition, Lizenz, Versionsstand.

Edition
Whitepaper 02 · August 2026
Version
1.0 · 12 Seiten · EN
Lizenz
Auf Anfrage · keine Weiterverbreitung des PDFs
Autoren
Anastasiia Alekseeva und Julius Hollmann